Julia Romney – Klick Mich #nicht

Frau Schramm hat ein Buch geschrieben. Ich habe es (noch) nicht gelesen, aber die Rezensionen nähern sich denen von Bettina Wulffs Buch an…

Aber darum geht es gar nicht – es ist Julia Schramm’s gutes Recht ein Buch zu schreiben, das tut man ggf. nicht um anderen zu gefallen. Und wenn sie – wie die FAZ schreibt – tatsächlich 100.000 EUR Vorschuss darauf erhalten hat: Hut ab! Ich kenne etliche Autoren mit mehreren hundert Seiten langen Fachbüchern, die nach jahrelanger Arbeit auf ein besseres Taschengeld damit kommen. Es sei ihr gegönnt.

Als Mitglied und damit finanzieller Unterstützer der Piratenpartei kann ich da allerdings nur noch den Kopf schütteln – wenn ich mich noch vor Monaten auf den Parteivorsitz einer Partei bewerbe, die auf die Erneuerung des Urheberrechts drängt, kommen Schlagzeilen mit Take Down Notice des Digital Millenium Copyright Acts gar nicht gut an. Natürlich war das der Verlag, der seine Rechte schützen will. Wenn man aber dessen Geld nimmt macht man sich auch sein Geschäftsmodell zu Eigen.

Das ist in keiner Weise unredlich, torpediert aber die Partei in gleicher Weise wie das gerade der amerikanische Präsidentschaftskandidat der Republikaner macht. Die FAZ sieht das ganz offen als Sieg von Bertelsmann über die Piratenpartei. Als Doktorandin und Politologin hätte man das erkennen können.

Dabei gäbe es ja Alternativen – man müsste nur, ganz im Sinne der Spackeria, von Erfolgrezepten anderer lernen: Cory Doctorow zum Beispiel zeigt seit Jahren wie man kommerziell erhältliche Bücher und freie Downloads unter einen Hut bringt.

Aber das zu tun hätte natürlich Mut (und wahrscheinlich auch eine gehörige Portion Verzicht) und Konsequenz verlangt.

Aktuell: Die Piratenpartei reagiert